Spekulanten

Der wichtigste Marktplatz für Öl ist die New York Mercantile Exchange (Nymex). Für Europa wird der Ölpreis an der International Petroleum Exchange (IPE) in London gemacht, für Asien an der Singapore Exchange (SGX). An diesen elektronischen Handelsplätzen treten alle auf, die Öl kaufen oder verkaufen wollen – und zwar zu einem im Voraus festgelegten Zeitpunkt, zum Beispiel in 14 Tagen, in 5 Monaten oder in 2 Jahren. Weil die Ölmultis selbst nur einen Bruchteil der weltweiten Ölmenge fördern, müssen auch sie sich an den Börsen eindecken. Hinzu kommen die Mineralölhhändler. 

Nicht jeder, der mit Öl handelt, ist aber auch an dem Produkt interessiert. Neben den kommerziellen Händlern, die tatsächlich Öl (wet barrel) kaufen oder verkaufen wollen, treten auch so genannte »nichtkommerzielle« Händler auf: Spekulanten, die aus dem Auf und Ab der Preise Kapital schlagen, ohne jemals in den Besitz von auch nur einem einzigen Tropfen Öl kommen zu wollen. Womit sie handeln, sind "paper barrel". Wird z.B. auf steigende Preise spekuliert, wird  Öl in der Erwartung gekauft, dass der Kontrakt vor Fälligkeit zu einem noch höheren Preis weiterverkauft werden kann: Die Differenz ist dann der Gewinn, der zu Lasten der Autofahrer erzielt wird.

Der Anteil, den die Spekulanten am hohen Barrel-Preis haben, beträgt geschätzt 25% - 40%.